Dachflächen sind mehr als nur Beton und Schindeln: Sie sind ein unterschätzter Rohstoff für die Schweiz. Seit Jahren wird diskutiert, wie wir diese Flächen sinnvoll nutzen können – von der Energiegewinnung über die Speicherung von Wasser bis hin zur Förderung der Biodiversität. Doch die Umsetzung bleibt oft im Sande. Hier setzt https://www.dachbet-ch.ch/ an, eine Plattform, die Schweizer Unternehmen und Gemeinden dabei unterstützt, ihre Dachflächen strategisch zu nutzen und gleichzeitig ökologische sowie wirtschaftliche Ziele zu verbinden.
Mit dem Ziel, die Potenziale von Dachflächen in der Schweiz systematisch auszuschöpfen, hat Dachbet.ch 2020 als Kooperationsprojekt zwischen dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und weiteren Partnern ins Leben gerufen. Der Fokus liegt dabei auf drei Kernbereichen: Energieerzeugung, Wasseraufbereitung und grüne Infrastruktur. Doch wie genau funktioniert das in der Praxis?
Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Dachbet in der Stadt Zürich“. Hier wurden über 100 Gebäude mit Dachflächen analysiert, die für die Installation von Photovoltaik-Anlagen geeignet waren. Die Ergebnisse zeigen: Allein in Zürich könnten bis zu 15 Megawattpeak (MWP) an erneuerbarer Energie pro Jahr gewonnen werden – genug, um rund 5000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Doch der Erfolg hängt nicht nur von der technischen Machbarkeit ab, sondern auch von der politischen und wirtschaftlichen Unterstützung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zusammenarbeit mit Gemeinden. Viele Städte haben bereits eigene Dachflächenprogramme gestartet, etwa in Bern oder Genf, wo kommunale Bauprojekte gezielt auf nachhaltige Lösungen ausgelegt werden. Doch hier fehlt oft die Vernetzung zwischen den Akteuren. Dachbet.ch hilft, diese Lücken zu schließen, indem es eine zentrale Plattform bietet, auf der Unternehmen, Gemeinden und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten können.
Die Plattform bietet nicht nur Wissen, sondern auch konkrete Tools. Dazu gehören etwa eine Datenbank mit Informationen zu Dachflächenpotenzialen, eine Beratung für die Planung von Solaranlagen und eine Analyse der ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile. Ein besonders innovatives Konzept ist das „Dachbet-Bewertungstool“, das Unternehmen dabei unterstützt, die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile ihrer Dachflächen zu quantifizieren – etwa durch die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks oder der Wasserersparnis.
Doch wie sieht die Zukunft aus? Dachbet.ch arbeitet bereits an der nächsten Stufe: der Digitalisierung und Automatisierung der Dachflächenverwaltung. Ziel ist es, dass künftig nicht nur die Energieerzeugung, sondern auch die Wasseraufspeicherung und die Förderung der Biodiversität noch effizienter gesteuert werden können. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Smart Daches“, bei dem Sensoren und KI-gestützte Systeme die Nutzung der Dachflächen in Echtzeit optimieren.
Für Unternehmen, die ihre Dachflächen nachhaltig nutzen möchten, bietet Dachbet.ch eine klare Anlaufstelle. Ob es um die Planung einer Photovoltaikanlage geht, um die Integration von Grünflächen oder um die Optimierung der Wasserwirtschaft: Die Plattform zeigt auf, wo die Schweiz noch Potenzial hat und wie man es gezielt ausbauen kann. Denn am Ende geht es nicht nur um Energiegewinnung oder Wasserrecycling – es geht um die Schaffung von Wert, der sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
- Über 15 MWP an erneuerbarer Energie könnten in Zürich durch Dachflächen-Potenziale gewonnen werden.
- Dachbet.ch wurde 2020 als Kooperation zwischen BAFU, ETH Zürich und weiteren Partnern gegründet.
- Die Plattform bietet Tools wie ein Bewertungstool für CO₂-Fußabdruck und Wasserersparnis.
- Projekte wie „Smart Daches“ nutzen KI für die Echtzeit-Optimierung der Dachnutzung.
- Kommunale Dachflächenprogramme in Städten wie Bern und Genf zeigen, wie nachhaltige Lösungen umgesetzt werden können.
Dachbet.ch ist mehr als eine Plattform – es ist ein Netzwerk, das die Schweiz dabei unterstützt, ihre Dachflächen zu einem wichtigen Hebel für Nachhaltigkeit und Innovation zu machen. Wer heute noch nicht aktiv wird, verpasst nicht nur eine Chance, Energie und Ressourcen zu sparen, sondern auch eine Chance, die Zukunft der Stadtplanung mitzugestalten.